Papst Franziskus

Hoffnung durch Sanftheit, Respekt und rechtes Gewissen
Das Wirken des Heiligen Geistes werde im Petrusbrief (1 Petr 3, 15–18), der Zweiten Lesung des Sonntags, beschrieben, in dem der erste der Apostel uns einlädt, unsere Hoffnung mit Sanftheit, Respekt und rechtem Gewissen zu begründen. „Es ist die Sanftmut, die den Heiligen Geist gibt“, sagte Papst Franziskus. Und er fuhr fort:

„Eine der Folgen des Gefühls der Verwaisung ist die Beleidigung, die zu Kriegen führt, denn wenn es keinen Vater gibt, gibt es auch keine Geschwister.“

„Der Heilige Geist lehrt uns diese Sanftmut als Kinder des Vaters. Er lehrt uns nicht, zu beleidigen. Eine der Folgen des Gefühls der Verwaisung ist die Beleidigung, die zu Kriegen führt, denn wenn es keinen Vater gibt, gibt es auch keine Geschwister. Der Heilige Geist bringt viel mehr. Er bringt Milde, Respekt und Sanftmut als Teil einer Haltung der Zugehörigkeit zu einer Familie, die sich darum kümmert, einen Vater zu haben.“



 

 

 Palmensonntag Unser Papst allein im Petersdom

 

 

Papst Franziskus zum Palmsonntag: Das Leben dient zu nichts, wenn man nicht dient
Im menschenleeren Petersdom hat Papst Franziskus an diesem Palmsonntag die Heilige Messe zelebriert. Nur über die Medien konnten die Gläubigen aus aller Welt an der Messe teilnehmen, die die Karwoche eröffnet. Papst Franziskus erinnerte in seiner Predigt daran, dass Jesus sich selbst entäußert und Verrat und Verlassenheit auf sich genommen hat, um die Menschheit vor dem Bösen zu retten.
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Die Papstpredigt zum Palmsonntag
05/04/2020
Die Papstpredigt zum Palmsonntag
Es war ein beeindruckendes Bild: An diesem Palmsonntag zog Papst Franziskus in den nahezu menschenleeren, und dadurch umso mächtiger erscheinenden Petersdom ein. Die Messe zelebrierte er unter Ausschluss der Öffentlichkeit, wie es das kürzlich veröffentlichte Dekret der Gottesdienstkongregation für die Messfeiern in Zeiten der Corona-Pandemie vorsieht. Auch bei dieser Messfeier standen das Gnadenbild der Muttergottes „Salus Polpuli Romani“ und das Pestkreuz, das der Papst bereits bei seinem Urbi-et-Orbi-Segen am vergangenen Freitag benutzt hatte, im Petersdom. 

„Es ist schwierig zu lieben, wenn man selbst keine Liebe erfährt“

In seiner Predigt ging Franziskus von den Worten des heiligen Paulus aus, nach denen Jesus sich „entäußerte“ und „wie ein Sklave“ wurde (Phil 2,7). Es sei ein Missverständnis, zu meinen, dass wir, die Gläubigen, es seien, die Gott dienten, führte Franziskus diesen Gedankengang weiter aus: „Nein, er ist es, der uns unentgeltlich gedient hat, weil er uns zuerst geliebt hat. Es ist schwierig zu lieben, wenn man selbst keine Liebe erfährt. Und noch schwieriger ist es zu dienen, wenn wir uns nicht von Gott bedienen lassen.“

Jesus habe uns „nicht zum Spaß geliebt“, bezeugte die heilige Angela von Foligno die Worte des Gottessohnes, fuhr Franziskus fort. Denn Gott habe uns gerettet, in dem er zugelassen habe, dass sich unser Böses gegen seinen eigenen Sohn richtete: „Keine Gegenwehr, nur mit Demut, mit Geduld und mit dem Gehorsam des Dieners, allein mit der Kraft der Liebe. Und der Vater hat den Dienst Jesu mitgetragen: Er beseitigte das Böse nicht, das über seinen Sohn hereinbrach, sondern stütze ihn im Leiden, damit unser Böses allein mit dem Guten überwunden wird, damit es durch und durch von der Liebe durchdrungen wird. Durch und durch.“

„Wir werden geboren, um geliebt zu werden und um zu lieben“

Dabei habe Jesus die „für einen Liebenden“ besonders schmerzliche Erfahrung von „Verrat und Verlassenheit“ machen müssen, betonte Franziskus, der diese Erfahrungen auch in unser tägliches Leben übertrug: „Denken wir an die kleinen oder großen Situationen des Verrats, die wir erleben mussten. Es ist schrecklich, wenn man entdeckt, dass das Vertrauen, das man in jemanden gesetzt hat, missbraucht wird.“ Eine derartige Enttäuschung gehe einem so sehr zu Herzen, dass das Leben keinen Sinn mehr zu haben scheine, „weil wir geboren werden, um geliebt zu werden und um zu lieben“, während es besonders schmerzlich sei, von denen verraten zu werden, „die versprochen haben, uns loyal und nahe zu sein“: „Wir können uns nicht einmal vorstellen, wie schmerzhaft das für Gott war, für ihn, der die Liebe ist.“

Ein ehrlicher Blick in unser eigenes Leben zeige uns unsere eigene Untreue, Unaufrichtigkeit, Heuchelei und Doppelzüngigkeit, mahnte der Papst. Gott kenne unsere Herzen besser als wir selbst, und dennoch habe er nicht davon abgelassen, uns zu lieben: „Er heilte uns dadurch, dass er unsere Untreue auf sich nahm, dass er unseren Verrat hinwegnahm, damit wir uns nicht von Versagensängsten entmutigen lassen, sondern zum Gekreuzigten aufblicken können, uns von ihm umarmen lassen und sagen können: „Schau, meine Treulosigkeit dort, du, Jesus, hast sie mir genommen. Du kommst mir mit offenen Armen entgegen, du dienst mir mit deiner Liebe, du unterstützt mich weiterhin ... So gehe ich weiter!““

„Du wirst den Trost Gottes spüren, der dir beisteht.“

Eine weitere besonders schmerzliche Erfahrung der im Evangelium geschilderten Passion Jesu ist jedoch die Verlassenheit. Mit starken Worten wandte sich Jesus am Kreuz an seinen Vater: „Mein Gott, mein Gott, warum hast du mich verlassen?“ (Mt 27,46). Nachdem die Menschen, die am engsten mit ihm verbunden waren, ihn im Stich gelassen hatten, nenne er seinen göttlichen Vater nun, in abgrundtiefer Einsamkeit, zum ersten Mal mit der allgemeinen Bezeichnung „Gott“ und bringe auch seine äußerste Trostlosigkeit ins Gebet ein, fuhr Franziskus fort. Dies habe er für uns getan, um uns zu zeigen, dass wir auch in der schwierigsten Lage niemals alleine sein, schlug Franziskus den Bogen in die aktuelle Zeit:

„So weit also ging Jesus in seinem Dienst, dass er in den Abgrund unserer schrecklichsten Leiden hinabstieg, bis hin zu Verrat und Verlassenheit. Heute, in dieser dramatischen Situation der Pandemie, angesichts so vieler Gewissheiten, die zerbröckeln, angesichts so vieler enttäuschter Erwartungen, in diesem Gefühl bedrückender Verlassenheit, sagt Jesus zu einem jeden: „Nur Mut! Öffne dein Herz meiner Liebe. Du wirst den Trost Gottes spüren, der dir beisteht.““

Nun sei es an uns, nicht zu verraten, „wofür wir geschaffen wurden“, und das nicht aufzugeben, „was zählt“, betonte der Papst: „Wir sind auf der Welt, um Gott und unsere Mitmenschen zu lieben. Das bleibt, alles andere vergeht.“ Das Drama, das wir gerade durchlebten, dränge uns, die „ernsten Dinge ernst zu nehmen“ und uns „nicht in Belanglosigkeiten zu verlieren“; wiederzuentdecken, dass „das Leben zu nichts dient, wenn man nicht dient,“ mahnte Franziskus: „Denn das Leben wird an der Liebe gemessen. So stehen wir in diesen heiligen Tagen zu Hause vor dem Gekreuzigten, an dem sichtbar wird, wie sehr Gott uns geliebt hat. Bitten wir den Gottessohn, dessen Dienst bis zur Hingabe seines Lebens geht, um die Gnade, dass wir leben, um zu dienen. Versuchen wir, mit denen Kontakt zu halten, die leiden, die allein sind und bedürftig. Denken wir nicht nur an das, was uns fehlt, sondern auch an das Gute, das wir tun können.“

„Schaut auf die wahren Helden, die in diesen Tagen zum Vorschein kommen“

Gott unterstütze auch uns in unserem Dienst, möge er auch manchmal geradezu wie ein „Kreuzweg“ auf uns wirken. Doch der „Weg des Dienens“ sei der „Weg des Sieges“, betonte Franziskus. Eine besondere Botschaft hatte der Papst an diesem Sonntag, an dem weltweit der diözesane Weltjugendtag gefeiert wird, zum Ende seiner Predigt noch für die jungen Menschen im Gepäck:

„Liebe Freunde, schaut auf die wahren Helden, die in diesen Tagen zum Vorschein kommen. Es sind nicht diejenigen, die Ruhm, Geld und Erfolg haben, sondern diejenigen, die in Selbsthingabe anderen dienen. Fühlt euch berufen, euer Leben einzusetzen. Habt keine Angst, es für Gott und die anderen zu geben, ihr werdet dabei gewinnen! Denn das Leben ist ein Geschenk, das einem zuteilwird, wenn man sich selbst hingibt; und die größte Freude besteht darin, Ja zu sagen zur Liebe, ohne Wenn und Aber. So, wie Jesus es für uns getan hat.“

(vatican news - cs)

 

 

 

 

 

 

27.03.2020

Franziskus stellt sich dem VirusBeispiellose Geste für die Pandemie-Opfer

In der Corona-Krise will der Papst Kranken und Sterbenden Beistand geben. Dafür bietet er die stärksten geistlichen Mittel der katholischen Kirche auf. Doch die ungewöhnliche Zeremonie am Freitag versteht nicht jeder.

Am Freitag will Papst Franziskus eine ganz besondere Antwort auf die Corona-Pandemie geben: ein Gebet und Segen von den Stufen des Petersdoms herab. "Wir werden das Wort Gottes hören, unser Bittgebet erheben, das Allerheiligste verehren, mit dem ich zum Abschluss den Segen Urbi et orbi erteile", kündigte Franziskus an. Damit verbunden ist die Möglichkeit eines Ablasses. Wie die Zeremonie ablaufen soll, wussten zunächst nicht mal enge Mitarbeiter.

Es ist eine in der Kirchengeschichte einzigartige Handlung und ein heikler Moment für den Vatikan. Denn die Botschaft der Bilder vom Papst über einem leeren Petersplatz kann gegensätzlicher kaum ausfallen: als einsamer, verzweifelter Beschwörungsgestus oder als besondere Standhaftigkeit gegen Angst und Tod.

"Urbi et orbi"

Der Segen Urbi et orbi, "der Stadt und dem Erdkreis", wird sonst nur zu Ostern und Weihnachten gespendet, außerdem unmittelbar nach einer Papstwahl. Auf feierliche Weise ruft er Petrus und Paulus als Fürsprecher an - und mit ihnen eine zweitausendjährige Tradition von Glauben und Hoffen. Urbi et orbi ist der Segen aller katholischen Segen, die absolute Pontifikalklasse.

Im Mittelpunkt der eucharistischen Anbetung steht dann die Hostie, die in der Eucharistiefeier gewandelt wurde und zwar weiter wie Brot aussieht, aber nach katholischer Lehre der Leib Christi ist. Ob als Kommunion gereicht oder in der Monstranz gezeigt, sie stellt das Kostbarste dar, was die Kirche besitzt. Nur so erklärt sich, dass der Kaplan der Pariser Feuerwehr in die brennende Kathedrale Notre-Dame ging, um den Kelch mit den Hostien zu bergen.

Erweiterter Empfang des Bußsakraments

Das Allerheiligste und der Apostolische Segen - stärkere Mittel hat kein Papst. Dabei geht es nicht um magische Gefahrenabwehr. Theologisch bedeuten Sakrament und Segen die Zusage an einen Menschen, dass er heil und glücklich leben soll, allen äußeren Umständen zum Trotz.

Aus diesem Grund erweiterte der Papst auch die Bedingungen für den Empfang des Bußsakraments. Die Versöhnung eines Gläubigen mit Gott - und zugleich mit seinem Gewissen und der Kirche - soll im Corona-Notstand auch ohne Einzelbeichte möglich sein. Nach einem Vatikan-Dekret vom 19. März genügt im Extremfall schon der aufrichtige Wunsch des reuigen Sünders nach Aussöhnung mit Gott. Alternativ können Priester, etwa in Krankenhäusern, den vom Tode Bedrohten kollektiv die Generalabsolution erteilt.

Ablass – Zeichen der Solidarität

Bei Sterbenden lässt die Kirche besondere Sorge walten. Nach Möglichkeit soll jeder Mensch die Welt in Frieden verlassen dürfen. Deshalb gehört zu den katholischen Abschiedsriten neben der sakramentalen Versöhnung, einer stärkenden Salbung und der Kommunion auch der Ablass, also die Tilgung jener irdischen und jenseitigen Konsequenzen, die man durch seine Sünden verursacht hat.

Die Idee des Ablasses ruht auf der Annahme, dass der Schatz des Guten, den das Wirken Jesu und aller Gläubigen angesammelt hat, die Folgen jeder bösen Tat eines Menschen aufwiegt. Das Konzept ist auch innerkirchlich umstritten und in vielen Ländern außer Gebrauch gekommen; aber im Grunde ist der Ablass ein Zeichen der Solidarität aller mit dem Einzelnen.

Versöhnung – Chefsache

Der Ablass in der Sterbestunde ist an Formen gebunden, die sich in Isolierstationen nicht einhalten lassen. Viele Corona-Patienten werden ohne geistliche Begleitung sterben. Deshalb hat der Vatikan die Ablassbedingungen für die Kranken bereits denkbar weit heruntergesetzt.

Offenbar wollte Franziskus es aber nicht dabei bewenden lassen. Als Jesuit mit Sinn fürs Sinnenhafte sucht er das fassbare Zeichen, Monstranz und Segen. Hier kommt der mit dem Urbi et orbi verbundene Ablass ins Spiel. Der Papst macht die Versöhnung, die viele Priester unter diesen Umständen nicht geben können, zur Chefsache. Für alle, die die Kirche als Mittlerin zwischen Gott und Mensch begreifen, eine großartige Geste.

Ein Zuspruch für die Todkranken

Am Freitagabend, bei Sonnenuntergang, wird der Papst so im Schatten der Basilika vor dem Allerheiligsten beten; ein Erinnern an das Leiden und Sterben Jesu, zugleich eine Vergewisserung der realen Gegenwart dessen, der die Tiefe des Todes ausgelotet und seine Macht gebrochen hat. Der Segen mit dem Sakrament ist ein Zuspruch für die Todkranken, dass sie ohne Angst vor alter Schuld vor ihren Schöpfer treten dürfen.

Der Petersplatz wird menschenleer sein. Die weltlich-nüchterne Begründung wird lauten, dass Versammlungen derzeit untersagt sind. In den Augen des Papstes, der einsam segnend auf den Stufen steht, sind die Plätze nur freigehalten für die Kranken und Sterbenden.

Burkhard Jürgens
(KNA)

 

 

 

In seiner Predigt zu den Tageslesungen ging Franziskus vor allem auf das Evangelium nach Johannes (Joh 5, 1-16) ein. Die Tagesliturgie von diesem Dienstag lasse uns „über das Wasser nachdenken, das Wasser als Symbol des Heils“, gab Franziskus zu bedenken. Bereits in der Ersten Lesung aus dem Buch Ezechiel (Ez 47, 1-9.12) werde auf das Wasser als Heilmittel verwiesen, das in der Lage sei, das salzige Wasser des Meeres „gesund zu machen“. Im Johannes-Evangelium gehe es weiter mit der heilenden Kraft des Wasser für Lahme und Kranke. Und veranschaulicht werde dies am Beispiel eines Mannes, der schon seit vielen Jahren krank war, führte Franziskus aus:

„Jesus fragte den Kranken, ob er geheilt werden wolle, und die Antwort ist interessant: er sagt nicht ja - er beschwert sich! Er beklagt sich, dass ihm die anderen immer zuvorkommen, doch in Wahrheit ist er krank in seinem Herzen, in seiner Seele. Sein Pessimismus, seine Trauer und seine Trägheit haben ihn krank gemacht: er beklagt sich über die anderen, tut aber selber nichts, um geheilt zu werden.“

Der Zustand der Verbitterung

Das – so Franziskus weiter – lasse ihn an viele von uns denken, viele Christen, die in diesem Zustand der Verbitterung lebten und nichts anderes tun würden, als sich über alles und jeden zu beklagen.

„Die Verbitterung ist ein Gift, ein Nebel, der die Seele umhüllt und sie abstumpfen lässt. Und sie ist auch eine Droge, denn wenn man sie einmal gekostet hat, dann kommt man auf den Geschmack, will immer mehr davon. Und dann endet man als "verbitterter Süchtiger": einer, den die Verbitterung süchtig gemacht  hat. Denken wir daran, wenn wir Gefahr laufen sollten, dieser Verbitterung, dieser "unscheinbaren Sünde", zu erliegen: Es ist eine Sünde, mit der der Teufel unser geistliches Leben und auch unser menschliches Leben zerstören kann. Möge der Herr uns helfen, zu verstehen, wie hässlich, wie böse diese Sünde ist.“

Auch dieser Gottesdienst in der Päpstlichen Residenz im Vatikan klang mit der Einladung zur geistlichen Kommunion und dem eucharistischen Segen aus.

 

(vatican news)

Außerdem kündigte der Papst, dessen Worte aus der Privatbibliothek des Apostolischen Palastes im Live-Stream nach draußen übertragen wurden, einen Gebetsgottesdienst gegen das Corona-Virus an. Dabei will er am kommenden Freitagabend auch einen speziellen Segen „Urbi et Orbi“ erteilen.

 

(vatican news)

 

 

Papst beim Angelus: Stillstand passt nicht zur Kirche
In seiner Katechese beim Angelus-Gebet auf dem Petersplatz stellte Franziskus die Protagonisten des Sonntagsevangeliums als Vorbilder zweier Haltungen vor: Bewegung und Staunen. Außerdem erinnerte er am Tag des geweihten Lebens daran, dass dieses „der Schatz der Kirche“ sei.
Claudia Kaminski - Vatikanstadt

Papst Franziskus bezog sich in seiner Katechese sowohl auf das Fest der Darstellung des Herrn, das 40 Tage nach Weihnachten gefeiert wird, als auch auf den Tag des geweihten Lebens, der in der Kirche an den großen Schatz derjenigen erinnere, die dem Herrn in der Ausübung der evangelischen Räte folgten.

Das Evangelium berichte, so Franziskus, dass die Eltern Jesu das Kind zum Tempel in Jerusalem bringen, um es nach den Vorschriften des jüdischen Gesetzes Gott zu weihen. Dabei kämen nicht nur Maria und Josef als Vorbilder ins Spiel, sondern auch Simeon und Hanna, gefangen in einem Moment , „in dem sie die Begegnung mit dem Herrn an dem Ort erleben, an dem Er sich selbst gegenwärtig zeigt und dem Menschen nahe ist.“

„Die Welt braucht Christen, die sich begeistern lassen“

Der Evangelist Lukas beschreibe sie alle in einer zweifachen Haltung: in Bewegung und im Staunen. So hätten sich alle auf den Weg zum Tempel begeben und auf diese Weise zeigten uns die vier Protagonisten des heutigen Evangeliums, dass das christliche Leben Dynamik und die Bereitschaft zum Weitergehen erfordere, sich vom Heiligen Geist leiten lassend. Stillstand passe nicht zum christlichen Zeugnis und zur Mission der Kirche, so Franziskus. Denn die Welt brauche Christen, die sich begeistern lassen, die nicht müde werden, allen das tröstende Wort Jesu zu bringen, mahnte der Papst und fuhr fort: „Jede getaufte Person hat die Berufung zur Verkündigung - etwas verkündigen, Jesus verkündigen! - die Berufung zur Neuevangelisierung: Jesus verkündigen.“

Christen sollen staunen
Die zweite Haltung, so Franziskus, sei die des Staunens. Maria und Josef „staunten über die Dinge, die über ihn [Jesus] gesagt wurden" (v. 33). Das Erstaunen sei auch die Reaktion des alten Simeon, der in dem Jesuskind mit seinen Augen das von Gott für sein Volk gewirkte Heil sieht. Und auch Hanna habe beim Anblick des Kindes begonnen, Gott zu loben. Franziskus erläuterte, dass „die Fähigkeit, die Dinge, die uns umgeben, zu bestaunen,“ die religiöse Erfahrung fördere und die Begegnung mit dem Herrn fruchtbar mache. Ohne diese Fähigkeit würde man gleichgültig, so Franziskus: „Brüder und Schwestern, immer in Bewegung, und bleiben wir offen für das Staunen!“

Abschließend bat der Papst die Gottesmutter um Hilfe dabei, Jesus als das Geschenk Gottes für uns zu betrachten, „damit unser ganzes Leben zum Lob Gottes im Dienst an unseren Brüdern und Schwestern wird“.

(vatican news)

 

Papst Franziskus auf Deutsch: „Die Laien sind die Kraft der Kirche

Eine wunderschöne Botschaft für alle (deutschsprachigen) Laien: am Rand der Generalaudienz von diesem Mittwoch sagte Papst Franziskus, erst auf Italienisch und dann mit Nachdruck auf Deutsch, die Laien seien „die Kraft der Kirche“. Wir stellen den Satz als Tondokument zur Verfügung.

Der Papst äußert sich bei einer Begegnung mit Vertretern des deutschsprachigen Fernsehsenders K-TV, die sich zum 20. Jubiläum ihres Senders zu einer Pilgerfahrt nach Rom aufgemacht hatten.

https://www.vaticannews.va/de/papst/news/2019-06/papstbrief-synodaler-weg-deutschland-text-franziskus.html

Franziskus betont immer wieder, wie sehr er die Arbeit und die Berufung der Laien schätzt, ohne deren Mithilfe viele Gemeinden und andere kirchliche Wirklichkeiten in ernsthafte Schwierigkeiten gerieten. So lobt der Papst etwa in seinem jüngsten Brief an die Katholiken in Deutschland das Engagement und das Voranschreiten der Gläubigen in Deutschland und erteilt Ratschläge für den bevorstehenden Synodalen Weg.

Bericht
Klimawandel und Schutz der Indigenen

Im Vatikan haben am Montag die Beratungen der Amazonassynode begonnen. Schon in den ersten Tagen standen die Aufregerthemen Umweltschutz und neue Formen der Seelsorge auf dem Programm.
 
 Feedback
Drei Wochen lang beraten Bischöfe aus Südamerika gemeinsam mit Ordensleuten, Vertretern von Indigenen und Experten über Reformen des kirchlichen Lebens, aber auch über ökologische und soziale Folgen des Raubbaus in der ressourcenreichen Region.
Keine vorgefertigten Konzepte
Papst Franziskus mahnte zu Beginn mehr Demut im Umgang mit indigenen Kulturen an. „Wir betrachten die Realität Amazoniens (...) auf Zehenspitzen, um die Geschichte, die Kulturen, den Lebensstil der Völker im Amazonasgebiet zu respektieren“, sagte er in seiner Eröffnungsansprache. Es sei wichtig, auf unternehmerischen Eifer und das Durchsetzen vorgefertigter Konzepte zu verzichten. Wenn die Kirche vergesse, wie sie sich einem Volk zu nähern habe, dann misslinge die Inkulturation.
Scherzhafte Kommentare über einen Indio, der bei der Eröffnungsmesse im Petersdom mit traditionellem Federschmuck zum Altar gekommen war, hätten ihn traurig gemacht, so der Papst. „Wo ist der Unterschied zwischen Federkopfschmuck und einem Birett, das einige Amtsträger unserer vatikanischen Behörden tragen?“, fragte er.
Ökologischer Wandel nötig



Der Vatikan will auch ein Zeichen für Umweltschutz setzen. Synoden-Generalsekretär Kardinal Lorenzo Baldisseri warb am Montag für eine Kompensation der rund 573 Tonnen Kohlendioxid, die im Zusammenhang mit der Amazonas-Synode laut vatikanischen Berechnungen anfallen; gut 438 Tonnen gehen demnach auf das Konto der Flugreisen. Um dies auszugleichen, sollten für 10 000 Euro rund 50 Hektar des Amazonasbeckens begrünt werden, schlug Baldisseri vor.
Der Vorsitzende der Deutschen Bischofskonferenz, Kardinal Reinhard Marx, fordert von den Industrieländern Führung beim ökologischen Wandel ein. Es brauche „einen schnellen Ausstieg aus den fossilen Energieträgern“, sagte er am ersten Tag der Beratungen, vor der Synode im Vatikan. Dieser Wandel könne „nur mit den richtigen politischen und gesellschaftlichen Rahmenbedingungen gelingen“. Es gelte zu verhindern, dass „die ökologischen und sozialen Folgekosten wirtschaftlichen Handelns auf unbeteiligte Dritte abgewälzt werden können“.

 

Papst in Madagaskar: „Armut ist kein unabänderliches Schicksal“
Es war eine Begegnung nach dem Geschmack von Papst Franziskus: In Madagaskar besuchte er am Sonntagnachmittag eine kleine Stadt für und von Menschen, die früher auf Mülldeponien lebten. „Armut ist kein unabänderliches Schicksal“, sagte der Papst vor den Menschen in Akamasoa, der „Stadt der Freundschaft“, die der slowenisch-argentinische Priester Pedro Opeka gegründet hatte.

Pater Opeka selbst war es, der als Moderator durch die Begegnung führte. 8.000 Menschen, die meisten jung, begrüßten das Kirchenoberhaupt in einer Versammlungshalle mit frenetischem Applaus und Gesängen. 

Ein „herrlicher Ort“ sei diese Stadt, sagte Franziskus, weil sie zeige, dass Gott den Schrei der Armen höre. In Akamasoa habe sich dieser Schrei der Armen in Lieder der Hoffnung verwandelt. „Jede Ecke in diesen Wohnvierteln, jede Schule oder Krankenstation ist ein Gesang der Hoffnung, der jedem Fatalismus entgegentritt“, so der Papst.

08 September 2019

 

 

 

Franziskus: „Welt immer grausamer gegenüber Migranten"
Papst Franziskus wirft reichen Ländern Heuchelei im Umgang mit Migration vor. Der Erlös aus dem Verkauf von Waffen für Kriege in armen Ländern fließe in Regionen, die dann die Aufnahme von Flüchtlingen aus ebendiesen Kriegsländern verweigerten, sagte der Papst Franziskus in einer Videobotschaft.

Samstag.  20. 07. 

 

 

Angelusgebet 2019-06-29  Er spricht von Petrus und Paul

 

 

 

 

 

 

Sorge um Papst Franziskus' Pontifikat

Befreiungstheologe sorgt sich um Franziskus' Pontifikat
"Wenn wir den Papst nicht unterstützen, werden wir ihn bald verlieren"

Gustavo Gutierrez ist besorgt. Der Peruaner, der auch als "Vater der Befreiungstheologie" bezeichnet wird, sieht die katholische Kirche in einer "gefährlichen Lage". Er fordert Unterstützung für Papst Franziskus, um ihn "nicht bald zu verlieren".

Die Situation sei sehr schwierig, gerade für Papst Franziskus, sagte der 91-Jährige am Dienstagabend in Rom. Das liege weniger an der Opposition an sich gegen sein Pontifikat als vielmehr an der Art, wie die Gegner vorgingen. "Wenn wir den Papst nicht unterstützen, werden wir ihn bald verlieren", so der peruanische Theologe.

Treffen mit dem Papst

Franziskus sei diese Situation klar, so Gutierrez in einem Gespräch mit dem Gründer der Gemeinschaft Sant'Egidio, Andrea Riccardi. Aber der Papst gehe seinen Weg sehr gut. Der Peruaner, der sich derzeit zur Amazonas-Synode in Rom aufhält, traf nach eigener Aussage das Kirchenoberhaupt vergangene Woche im Vatikan.

Nicht nur der Papst habe viele Kritiker, sondern auch die Synode, betonte der Theologe. Dabei sei das Bischofstreffen immens wichtig. Er hoffe, dass die Bischofsversammlung "dauerhafte Ergebnisse produziert".

Mit Blick auf die fast fünf Jahrzehnte andauernden Vorwürfe und auf die Kritik an ihm und seiner Theologie sagte Gutierrez: "Es waren harte Jahre, auch mit mancher Versuchung, die Brocken hinzuwerfen. Aber ich habe weitergemacht." Er selbst habe die Verdächtigungen vieler Bischöfe in Lateinamerika sowie in der Kurie in Rom auch als Affront gegen die Menschen in Lateinamerika empfunden.

Hohen Preis gezahlt

Der Vorwurf an die Befreiungstheologie, sie sei marxistisch, habe zu vielen Opfern unter Laien, Priestern und Ordensleuten geführt. "Man hat einen hohen Preis gezahlt", so Gutierrez. Als ein Beispiel nannte er den ermordeten salvadorianischen Erzbischof Oscar Romero (1917-1980): "Heute sind wir froh, diese Person zu haben, dieses Vorbild". Romero wurde im Oktober 2018 heiliggesprochen.

Der Dominikanerpater Gutierrez zählt zu den bekanntesten Vertretern der sogenannten Befreiungstheologie. Sein Buch "Teologia de la Liberacion" von 1971 gab der Bewegung ihren Namen. Es formuliert den Vorrang des konkreten praktischen Lebens vor der theologischen Reflexion, sieht Arme und Unterdrückte als erste Adressaten des Evangeliums.

© Vincenzo Pinto (dpa)

 

 

Der katholische Kinderschutz-Experte Hans Zollner verteidigt die Rede von Papst Franziskus auf dem Anti-Missbrauchs-Gipfel im Vatikan Ende Februar. Das Interesse des Papstes an diesem Thema sei echt, sagte der deutsche Jesuit am Mittwoch im ZDF-Morgenmagazin.

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„Ich glaube, dass der Papst schon von Anfang an das Interesse auf dieses Thema gelenkt hat. Schon in seiner ersten Audienz hat er begonnen, über dieses Thema zu reden; 2014 hat er dann die Päpstliche Kinderschutzkommission eingerichtet und ihr den Auftrag gegeben, alles zu tun, was möglich ist, damit in der Kirche Kinder und Jugendliche sicher aufwachsen können.“

Franziskus hatte zum Abschluss der Kinderschutz-Konferenz geäußert, sexueller Missbrauch von Kindern oder Jugendlichen durch Kirchenleute sei „der gegenwärtige Ausdruck des Geistes des Bösen“. Wörtlich erklärte der Papst: „In diesen schmerzlichen Fällen sehe ich die Hand des Bösen, die nicht einmal die Unschuld der Kleinen verschont… Dahinter steckt der Teufel.“ Das hatte hier und da den Vorwurf laut werden lassen, der Papst versuche die Schwere des Verbrechens zu relativieren. Zollner sieht das nicht so:

“ Er hat den Finger auf die Wunde gelegt ”

„Er hat den Finger auf die Wunde gelegt, dass es hier auch um eine spirituelle Dimension geht, die natürlich für Menschen, die keinen Zugang zum Glauben haben, schwer verständlich ist… Aber für ihn ist das auch eine wichtige Dimension. Allerdings hat er auch gesagt, dass es um Verantwortung und Rechenschaftspflicht aller kirchlichen Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter geht, besonders der Träger von Verantwortung.“

Zum Nachhören
Hans Zollner gehörte zu den Organisatoren der Kinderschutz-Konferenz im Vatikan; er leitet ein Zentrum für Kinderschutz an der Päpstlichen Universität Gregoriana in Rom. Im ZDF bekräftigte der Jesuit, Papst Franziskus lasse es im Kampf gegen Missbrauch nicht an Entschlossenheit fehlen.

“ Es wird wichtig sein, dass er mit dem weitermacht, was er angekündigt hat ”

„Er hat sich in anderen Zusammenhängen sehr klar und eindeutig geäußert. Er hat mehrfach gesagt, dass wir eine Null-Toleranz-Politik haben müssen, dass also Priester, die sich an Kindern vergangen haben, nicht mehr in den priesterlichen Dienst zurückkehren können! Es wird sicher wichtig sein, dass er mit dem weitermacht, was er angekündigt hat: dass die Gesetze verschärft werden, aber dass wir auch auf eine Veränderung der Einstellung hinarbeiten. Denn bei allen Normen, bei allen Worten braucht es auch einen Einsatz, eine Motivation, die nur aus dem Herzen kommen kann.“

Vor der Konferenz hatte Zollner die Hoffnung geäußert, dass sich aus ihr eine „Lawine“ ergeben könnte, ein Quantensprung im kirchlichen Umgang mit Missbrauchsskandalen. Aus seiner Sicht hat die Konferenz seine Hoffnung eingelöst.

Lawine ist tatsächlich losgegangen, findet Zollner


„Nach all dem, was ich aus der ganzen Welt höre, ist es tatsächlich so, dass wir von einem weltkirchlich gesehen niedrigen Niveau zu einem viel größeren Bewusstsein gekommen sind. Die Vorsitzenden der Bischofskonferenzen und Leiter der großen Ordensgemeinschaften, die hier waren, sind nach Hause gefahren und haben eine andere Botschaft mitgebracht: Wir müssen konzentriert und konsistent in unserem Verantwortungsbereich das tun, was im Kirchenrecht steht, was das staatliche Recht fordert, und wir müssen als Kirche unseren Auftrag erfüllen! Diese Botschaft ist angekommen, und sie ist weltweit so angekommen, dass ich glaube, dass die Lawine tatsächlich losgegangen ist.“

Auf die Frage, was denn jetzt in den einzelnen Ortskirchen konkret getan werde bzw. getan werden solle, sagte Zollner:
„In jeder Bischofskonferenz muss man die Leitlinien festschreiben bzw. überarbeiten; dann erklären, wie in kirchlichen Institutionen jeder Art (Krankenhäuser, Kindergärten, kirchliche Schulen) Leute ausgebildet werden müssen, die dort Verantwortung tragen; und Familien unterstützen, damit sie wissen, wie man mit Missbrauchsverdacht umgeht und an wen sie sich wenden können. Das Zweite ist, dass man die kirchlichen Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter kontinuierlich schult: Das passiert in vielen Teilen der Welt heute schon.“

(zdf/vatican news – sk)



29/03/2019
Gegen Missbrauch: „Der Papst macht Ernst“
APOSTOLISCHES SCHREIBEN
IN FORM EINES »MOTU PROPRIO« VON PAPST FRANZISKUS
ÜBER DEN SCHUTZ VON MINDERJÄHRIGEN UND GEFÄHRDETEN PERSONEN

Der Schutz von Minderjährigen und schutzbedürftigen Personen ist ein integraler Bestandteil der Botschaft des Evangeliums, zu dessen Verbreitung auf der ganzen Welt die Kirche und alle ihre Glieder berufen sind. Tatsächlich hat uns Christus selbst die Fürsorge und den Schutz der Geringsten und Wehrlosen anvertraut: „Wer ein solches Kind in meinem Namen aufnimmt, der nimmt mich auf“. (Mt 18,5). Deshalb haben wir alle die Pflicht, Kinder und gefährdete Menschen großzügig aufzunehmen und ein sicheres Umfeld für sie zu schaffen, wobei vorrangig ihre Interessen zu beachten sind. Dies erfordert eine kontinuierliche und tiefe Umkehr, in der die persönliche Heiligkeit und der moralische Einsatz dazu beitragen können, die Glaubwürdigkeit der Verkündigung des Evangeliums zu fördern und den Erziehungsauftrag der Kirche zu erneuern.

Ich möchte daher den institutionellen und normativen Rahmen für die Prävention und Bekämpfung des Missbrauchs von Kindern und gefährdeten Personen weiter stärken, damit in der Römischen Kurie und im Staat Vatikanstadt:

- eine Gemeinschaft bewahrt wird, die die Rechte und Bedürfnisse von Kindern und schutzbedürftigen Personen respektiert und sich ihrer bewusst ist, und die darauf bedacht ist, alle Formen von physischer oder psychischer Gewalt oder Missbrauch, Vernachlässigung, Fahrlässigkeit, Misshandlung oder Ausbeutung zu verhindern, die sowohl in zwischenmenschlichen Beziehungen als auch an Strukturen oder gemeinschaftlich genutzten Orten auftreten können;
- in allen das Bewusstsein für die Pflicht reift, Verstöße den zuständigen Behörden zu melden und mit ihnen bei den Präventions- und Kontrollmaßnahmen zusammenzuarbeiten;
- jeder Missbrauch oder Misshandlung von Kindern oder schutzbedürftigen Personen im Rahmen der gesetzlichen Bestimmungen wirksam verfolgt wird;
- denjenigen, die aussagen, Opfer von Ausbeutung, sexuellem Missbrauch oder Misshandlung geworden zu sein, sowie ihren Familien das Recht zugestanden wird, empfangen, angehört und begleitet zu werden;
- den Opfern und ihren Familien angemessene Seelsorge sowie sachgemäße geistliche, medizinische, psychologische und rechtliche Unterstützung angeboten wird;
- sia garantito agli imputati il diritto a un processo equo e imparziale, nel rispetto della presunzione di innocenza, nonché dei principi di legalità e di proporzionalità fra il reato e la pena;
- den Angeklagten das Recht auf ein faires und unparteiisches Verfahren garantiert wird, unter gebührender Berücksichtigung der Unschuldsvermutung und der Grundsätze der Rechtmäßigkeit und Verhältnismäßigkeit zwischen Straftat und Strafe;
- der Verurteilte von seinen Pflichten wegen Missbrauchs eines Kindes oder einer schutzbedürftigen Person entbunden wird und gleichzeitig angemessene Unterstützung für die psychologische und spirituelle Rehabilitation erhält, auch zum Zweck der sozialen Wiedereingliederung;
- alles Mögliche unternommen wird, um den guten Ruf derjenigen wiederherzustellen, die zu Unrecht beschuldigt wurden;
- eine angemessene Weiterbildung zum Schutz von Minderjährigen und gefährdeten Personen angeboten wird.

Deshalb verfüge ich mit diesem Schreiben, dass:

1. Die zuständigen Justizbehörden des Staates der Vatikanstadt auch die Strafgerichtsbarkeit in Bezug auf die in den Artikeln 1 und 3 des Gesetzes Nr. CCXCVII vom 26. März 2019 über den Schutz von Minderjährigen und schutzbedürftigen Personen genannten Straftaten ausüben, die von den in Punkt 3 des Motu Proprio „In der heutigen Zeit“ vom 11. Juli 2013 genannten Personen in Ausübung ihrer Funktionen begangen wurden.

2. Unter Ausnahme des Beichtgeheimnisses sind die in Nummer 3 des Motu Proprio „In der heutigen Zeit“ vom 11. Juli 2013 genannten Personen verpflichtet, unverzüglich eine Anzeige beim Gericht des Staates Vatikanstadt einzureichen, wenn sie in Ausübung ihrer Funktionen Kenntnis erlangen oder mit gutem Grund annehmen, dass ein Kind oder eine schutzbedürftige Person Opfer einer der in Artikel 1 des Gesetzes Nr. CCXCVII genannten Straftaten ist, wenn sie, auch wechselweise, begangen werden:

 i. auf dem Hoheitsgebiet des Staates;
 ii. zum Schaden der Staatsangehörigen oder Einwohner des Staates;
 iii. im Rahmen der Ausübung ihrer Aufgaben durch Staatsbeamte oder durch die in Nummer 3 des Motu Proprio „In der heutigen Zeit“ vom 11. Juli 2013 genannten Personen.

3. Den Personen, die durch die in Artikel 1 des Gesetzes Nr. CCXCVII genannten Straftaten geschädigt werden, werden über den von der Direktion für Gesundheit und Hygiene des Gouvernatorats des Staates der Vatikanstadt verwalteten Begleitdienst geistliche, medizinische und soziale Unterstützung, einschließlich therapeutischer und psychologischer Soforthilfe, sowie nützliche Informationen rechtlicher Art angeboten.

4. Das Amt für Arbeitsangelegenheiten des Apostolischen Stuhls organisiert in Zusammenarbeit mit dem Begleitdienst der Direktion für Gesundheit und Hygiene Fortbildungsprogramme für das Personal der Römischen Kurie und mit dem Heiligen Stuhl verbundene Institutionen über die Risiken der Ausbeutung, des sexuellen Missbrauchs und der Misshandlung von Kindern und schutzbedürftigen Personen sowie über die Mittel zur Identifizierung und Verhütung solcher Straftaten und über die Meldepflicht.

5. Bei der Auswahl und Anstellung von Personal für die Römische Kurie und mit dem Heiligen Stuhl verbundene Institutionen sowie von Personen, die auf freiwilliger Basis mit ihnen zusammenarbeiten, muss die Eignung des Bewerbers zu einer Interaktion mit Minderjährigen und schutzbedürftigen Personen festgestellt werden.

6. Die Dikasterien der Römischen Kurie und die mit dem Heiligen Stuhl verbundenen Institutionen, zu denen Minderjährige oder schutzbedürftige Personen Zugang haben, verabschieden mit Unterstützung des Begleitdienstes der Direktion für Gesundheit und Hygiene Handlungsempfehlungen und Leitlinien zu ihrem Schutz.

Ich verfüge, dass dieses Apostolische Schreiben in Form eines "Motu Proprio" durch Veröffentlichung im L'Osservatore Romano promulgiert und anschließend in die Acta Apostolicae Sedis aufgenommen wird.

Ich bestimme, dass das, was festgesetzt wurde, ab dem 1. Juni 2019 vollumfänglich in Kraft treten soll. Alle damit unvereinbaren Bestimmungen werden aufgehoben.

Gegeben in Rom beim Petersdom am 26. März 2019, dem siebten Jahr des Pontifikats.

(vatican news)

 


Papst am Aschermittwoch: „Befreien wir uns vom Wunsch nach immer mehr"

Papst Franziskus hat zum Beginn der Fastenzeit vor einer Fixierung auf vergängliche Dinge gewarnt. „Äußeres Erscheinungsbild, Geld, Karriere Hobby: Wenn wir für diese Dinge leben, werden sie zu Götzen, die uns benutzen, zu Sirenen, die uns verzaubern und uns dann abdriften lassen“, sagte das Kirchenoberhaupt in der Messe am Aschermittwoch in der Basilika Santa Sabina.
 

Wie jedes Jahr beging der Papst den Beginn der Fastenzeit mit einer Bußprozession und einem Gottesdienst in der frühchristlichen Kirche der Dominikaner auf dem Aventin-Hügel. Nach einem kurzen Gebet in der Benediktinerkirche Sant'Anselmo zog er unter dem feierlichen Gesang der Heiligenlitanei mit Kardinälen, Bischöfen und Ordensleuten zur nahegelegenen Basilika Santa Sabina. Bei der Messe teilte Franziskus das Aschenkreuz aus, das an die Vergänglichkeit alles Irdischen erinnert.

Die Fastenzeit ist „ein Wecker für die Seele“, sagte der Papst in der Predigt. Es gehe um Umkehr, darum, „den Kurs des Lebens wiederzufinden”. Das Aschenkreuz gebe die Richtung vor, es sei „ein Zeichen, das uns darüber nachdenken lässt, was in unseren Köpfen ist“. Die Asche auf dem Haupt „möchte uns taktvoll, aber ehrlich sagen: von vielen Dingen, die du im Sinn hast, hinter denen du jeden Tag herläufst und die dir Sorgen machen, wird nichts übrigbleiben.“ Besitz, Macht, Erfolg: alles vergängliche Ziele. Fastenzeit aber bedeute „wiederzuentdecken, dass wir für das Feuer geschaffen sind, das immer weiter brennt, nicht für die Asche, die sofort verglüht; für Gott sind wir geschaffen, nicht für die Welt; für die Ewigkeit des Himmels, nicht für den trügerischen Schein des Irdischen; zur Freiheit der Kinder Gottes, nicht zu einer Versklavung durch die Dinge.“

“ Dinge, die dazu da sind, dass man sich ihrer bedient, werden zu Dingen, denen man dienen muss ”

Almosen, Gebet, Fasten - die drei Schritte der Fastenzeit führen zurück zum Wesentlichen und Unvergänglichen, fuhr der Papst fort. „Das Gebet verbindet uns wieder mit Gott, die Liebe mit unserem Nächsten, das Fasten mit uns selbst.“ Gott, die Brüder und Schwestern, das eigene Leben – sie enden „nicht im Nichts; in sie sollten wir investieren“.

Franziskus verglich das menschliche Herz mit einer Kompassnadel. Wer sich von rein irdischen Dingen anziehen lasse, werde von ihnen früher oder später beherrscht. „Die Dinge, die dazu da sind, dass man sich ihrer bedient, werden zu Dingen, denen man dienen muss. Äußeres Erscheinungsbild, Geld, Karriere, Hobby: Wenn wir für diese Dinge leben, werden sie zu Götzen, die uns benutzen, zu Sirenen, die uns verzaubern und uns dann abdriften lassen.” Und weiter: „Wir müssen uns von den Tentakeln des Konsumismus und von den Schlingen des Egoismus befreien, vom Wunsch nach immer mehr, von der ständigen Unzufriedenheit, von einem Herzen, das sich der Not der Armen verschließt.“

“ Die Fastenzeit ist eine Gnadenzeit, die das Herz von Eitelkeiten befreien möchte ”

Nur das Unvergängliche mache frei, so der Papst. „Die Fastenzeit ist eine Gnadenzeit, die das Herz von Eitelkeiten befreien möchte. Sie ist eine Zeit der Genesung von den Abhängigkeiten, die uns verführen. Sie ist eine Zeit, die den Blick auf das lenken möchte, was bleibt.“

In der Fastenzeit sollen Christen auf den Gekreuzigten schauen, empfahl Franziskus. Jesus lehre „vom Kreuz her den starken Mut zur Entsagung“. So zu leben, wie er es verlangt, sei schwierig, führe aber zum Ziel. „Das zeigt uns die Fastenzeit. Sie beginnt mit der Asche, führt uns aber schließlich zum Feuer der Osternacht; zur Entdeckung, dass der Leib Jesu im Grab nicht zu Asche wird, sondern glorreich aufersteht.” Das gelte auch für seine Nachfolger, die das unvergängliche Leben haben werden, wenn sie umkehren.

Auftakt zum Fastenzeit-Programm für den Papst
 

Für den Papst beginnt mit der traditionellen Liturgie auf dem Aventin das fastenzeitliche Programm bis Ostern, das ab Palmsonntag gewohnt dicht ist. Zunächst hält Franziskus von 10. bis 15. März gemeinsam mit leitenden vatikanischen Mitarbeitern die Fastenexerzitien. Sie finden wie seit Beginn des Bergoglio-Pontifikates im kirchlichen Gästehaus „Casa Divin Maestro” in dem Städtchen Ariccia südöstlich von Rom statt. In diesem Jahr hat der Papst den Benediktiner Bernardo Gianni, Abt von San Miniato al Monte in Florenz, als Exerzitienmeister ausgewählt.

 


"Gott wird antworten"
Beten hat nach Worten von Papst Franziskus immer eine verändernde Kraft:
"Wenn es nicht die Dinge um uns herum verändert, ändern wenigstens wir uns selbst, es verändert unser Herz", sagte er bei seiner Generalaudienz am Mittwoch im Vatikan. 

In seiner Ansprache ermutigte Franziskus zu Beharrlichkeit im Gebet: "Es gibt keine größere Gewissheit: Die Sehnsucht nach Glück, die wir alle im Herzen tragen, wird sich eines Tages erfüllen", sagte er.

Bei Gott verhalle kein Gebet ungehört, sagte der Papst. "Er ist Vater, und er vergisst nicht seine Kinder, die leiden." Auch wenn Bitten nicht erfüllt würden, rate Jesus, "hartnäckig zu bleiben und sich nicht geschlagen zu geben", so Franziskus.

Gläubige könnten sicher sein, dass Gott antwortet. "Vielleicht müssen wir das ganze Leben lang beharren, aber er wird antworten", sagte der Papst.

(KNA)

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