Sprechstunde

Sprechstunde:Dienstags von 17.00-18.00 Uhr nach vorheriger Anmeldung im Pfarrbüro; Beichtgelegenheit nach Absprache

Nachrichten

 


 

24-Jun-2017 20:00 - 22:00

25-Jun-2017 11:00 - 17:00

28-Jun-2017 15:00 - 18:00

28-Jun-2017 19:30 - 22:00

 

Sterben - Tod - Trauer

 

 

Die Lebenszeit des Menschen auf Erden ist beschränkt. Doch als Christ darf man darauf hoffen, dass nach dem Tod nicht alles aus ist. Christus verheisst: «Ich bin die Auferstehung und das Leben. Wer an mich glaubt, wird leben, auch wenn er gestorben ist; und jeder, der lebt und an mich glaubt, wird in Ewigkeit nicht sterben!» (Joh 11,25; vgl. Lk 23,43). Trotzdem: Der Tod eines geliebten Menschens ist sehr schmerzhaft. Manchmal ist eine intensive Trauerarbeit notwendig, damit die Wunden heilen können.

 

Auf dem Totenbett wird keine Zeit sein, zu lernen, wie wir mit der Situation umgehen; keine Zeit, die Weisheit und das Mitgefühl zu entwickeln, die uns geübt durch die Landschaft des Todes fähren werden. Wir werden dem begegnen müssen, was immer wir dort erleben werden, so gut wir können- und das ist ein wirkliches Glücksspiel. Warum sollten wir solch ein Risiko eingehen?

 Wir haben die Wahl:

uns darauf vorbereiten, den unbequemen Momenten unseres Lebens ins Gesicht zu sehen

oder diesen Momenten unvorbereitet begegnen.

 

Wenn wir uns dazu entschließen, dem Tod direkt ins Gesicht zu sehen, dann können wir sicher sein, diese Begegnung in eine tiefe Erfahrung zu verwandeln, die unserer religösen Entwicklung ungeahnten Nutzen bringen wird. Viele der Weisheitstraditionen dieser Welt haben sich der Frage zugewandt, wie bedeutungsvoll und machtvoll die Erfahrung des „Sterbens“ ist. Wir glauben, dass der Tod die Auferstehung und das ewige Leben bedeutet.

Die Wirklichkeit ist, dass Tod und Geburt ständig stattfinden.

Es geht darum, zu lernen, dass der Tod Teil des Lebens ist; er geschieht in jedem Moment- nicht nur am Ende des Lebens. Wie lernen wir, diese Wahrnehmung des Todes von Moment zu Moment als Teil unseres Lebens zu erkennen? Um über unsere abstrakten Ideen über den Tod hinauszugehen, müssen wir tief in unser Bewusstsein und unsere Herzen schauen. Es bedeutet, dass wir darüber nachdenken, was der Tod für uns individuell bedeutet- nicht aus medizinischer oder technischer Sicht- wie z.B. das Ende der Atmung oder des Herzschlags, und nicht aus der Perspektive unserer religiösen oder kulturellen Traditionen. Anstelle dessen müssen wir uns fragen: Was bedeutet der Tod für mich persönlich, aus meiner Lebenserfahrung? Was ist mein tiefstes intuitives Gefühl darüber, was der Tod ist? Dies ist eine wichtige Frage, denn wie wir den Tod definieren, wird zum größten Teil darüber entscheiden, wie wir unseren eigenen Tod erfahren werden. Und es wird ebenso unser innerer Führer darüber, wie wir gut und sinnvoll leben. Um gut zu sterben, müssen wir gut leben. Könnte es sein, dass wir den Tod fürchten, weil wir nicht wissen, wie wir das Leben gut leben? Um unsere Furcht vor dem Tod zu überwinden, müssen wir in Kontakt mit dem Tod treten, anstatt ihn zu vermeiden. Wir müssen dem Tod durch wirkliche Reflexion begegnen, mit einem klaren und ruhigen Verstand, nicht nur mit den Bildern des Todes, die unsere Gedanken auf der Basis von Glauben erschaffen haben. Der Weg, dem Tod völlig zu begegnen, ist der, jeden Tag in jedem Moment zu sterben, in allem: unseren Gedanken, unserer Agonie, unseren Emotionen, unseren Liebesbeziehungen, selbst unserer Freude.


Tod bedeutet nicht nur, zu einem Ende zu kommen, sondern auch, zu einem Anfang zu kommen.

Tod ist ein Prozess der Verändnderung. Das Zu-Ende-Gehen ist weder positiv noch negativ; es ist einfach die Wirklichkeit. Tod war Teil der Vereinbarung, als wir die Idee der Geburt akzeptierten. Unser Vertrag zum Eintreten in diese Welt kam zusammen mit dem Vertrag, sie zu verlassen. Und so kommt jeder Moment zu einem Ende. Jede Geschichte hat ein Ende, egal ob das Ende glücklich oder traurig ist. Es ist einfach so. Wenn ein Moment oder eine Lebenszeit endet, können wir nicht darüber verhandeln. Es gibt keinen Platz für Verhandlungen. Indem wir diese Wirklichkeit anerkennen, finden wir den Weg, wie wir jeden Tag mit dem Tod in Kontakt kommen.

Ist das, was wir Leben nennen, nur eine Illusion einer Kontinuität, eine Folge von Momenten, ein Strom von Gedanken, Emotionen und Erinnerungen, die wir als unseren Besitz empfinden ?

Und daher kommen auch wir ins Dasein, als die Inhaber dieser Kontinuität. Wenn wir dies jedoch überprüfen, entdecken wir, dass diese Kontinuität traumähnlich ist, illusorisch. Sie ist keine andauernde substantielle Wirklichkeit. Sie besteht aus einzelnen Momenten, die aufsteigen, sich auflösen und wieder aufsteigen, wie Wellen in einem Ozean. Deshalb steigt dieses „ich“ jeden Moment auf und lässt sich auch in jedem Moment wieder auf. Es geht nicht von einem Moment zum nächsten weiter. Das „ich“ eines Moments lässt sich auf und ist fort. Das „ich“ des nächsten Moments ist völlig neu. Diese beiden „ichs“ kann man nicht als gleich oder verschieden bezeichnen, und doch werden sie bei einem begrifflichen Denken als ein einziges, ständiges Selbst bezeichnet: „Ja, das bin ich…“ Innerhalb dieser Strömung können wir deutlich den Prozess des Todes erkennen: die Auflösung flüchtiger Gedanken, das Ausklingen vibrierender Emotionen, die schnellen Veränderungen unserer Wahrnehmungen, ein Klang, eine Berührung geschieht - und ist vorüber. 

Deshalb ist das Ende eines Moments auch eine Erneuerung, so wie es nur durch den Tod möglich wird, das etwas Neues ins Dasein tritt.
Gott starb für uns - wir sterben für Ihn. Das Leben beginnt erst danach.......

Daher feiern viele Christen Ihre Totenmesse (EXEQUIEN) als Auferstehungsmesse, weil wir an die Auferstehung am jüngsten Tage glauben.

Joh 5,25: Wahrlich, wahrlich, ich sage euch: Es kommt die Stunde und ist schon jetzt, dass die Toten hören werden die Stimme des Sohnes Gottes, und die sie hören werden, die werden leben.