Kirche St.Laurentius

Kirche St. Laurenius

Die Kirche St. Laurentius, zugehörig zur Kirchengemeinde St.Peter und Laurentius


 

 

Diese Darstellung der St. Laurentiuskirche mag manchem Betrachter unwirklich fremd vorkommen. Aber so hat unsere Kirche auch einmal ausgesehen.
Aus den Pfarrarchivunterlagen und anderen Schriften geht hervor, dass im Jahre 1890 die Kirche umfassend umgebaut und ihr äußerer Charakter entscheidend verändert wurde.
 Wörtlich ist den Unterlagen zu entnehmen:

Bei der Restaurierung der Kirche, die der Architekt Fischer aus Elberfeld im Jahre 1890 durchführte, erhielt der vierstöckige romanische Turm einen wirkungsvollen Abschluss und seitlich wurden zwei Anbauten zugefügt. Bei dieser Gelegenheit wurde auch das Portal der Kirche erneuert. Seitdem hat das Mittelschiff ein hohes Tonnengewölbe, die Seitenschiffe haben dagegen flache Putzdecken.
Unter “wirkungsvollem Abschluss” ist nur zu verstehen, dass der romanische Turm die Dachspitze erhalten hat, der bei einer romanischen Kirche nicht vorhanden ist. Die “seitlich angefügten Anbauten” sind in den Ecken am Turm und am Langhaus erstellt worden.
Bei genauer Betrachtung der verwendeten Bruchsteine sind die Unterschiede zwischen den Turmsteinen und den Steinen der Abauten sowie an der Portalseite deutlich erkennbar. Die Turmsteine sind kleiner und dunkler.
Das obige Bild ist ein Ausschnitt einer Zeichnung von Herrn Arand, die den damaligen Bauzustand veranschaulicht.
Pfarrpatron
Der Pfarrpatron der kath. Pfarrkirche Mintard ist der Hl. Laurentius. Er war der Erzdiakon des Papstes

Xystus II. Er starb am 10. August des Jahres 258 auf einem glühenden Rost den Märtyrertod.

 

 Kirche

Der heutige Bau der Kirche St. Laurentius ist der vierte an dieser Stelle. 1660 wurde das dreischiffige Langhaus mit Tonnengewölbe errichtet, nachdem die Kirche im Dreißigjährigen Krieg stark zerstört worden war. Vom zweiten Kirchenbau aus der ersten Hälfte des 11. Jahrhunderts stammt der vierstöckige romanische Turm. Der Chor mit flachem Tonnengewölbe ruht auf den Fundamenten des dritten, im 14. Jh. errichteten Kirchenbaues. Der Choranbau wurde gebaut von Pfarrer Petrus Pollinghausen im Jahre 1660/61

Das heutige äußere Bild wurde durch die Umbau- und Restaurierungsmaßnahmen von 1890 geprägt, durch die der Turm ein neues Eingangsportal, die beiden seitlichen Anbauten und einen neuen Abschluss erhielt. Die schweren Schäden durch einen Fliegerangriff 1942 konnten erst 1946 beseitigt werden. 2015 wurde das Dach saniert. Aus der Vogelprerspektive sieht die Kirche heute so aus:

 

 

Auf dem geräumigen Kirchplatz war noch bis zum 19. Jahrhundert der Pfarrgemeinde - Friedhof. Das Oktogon war bis dahin Begräbnishalle. Hierin befindet sich die aus Holz geschnitzte und farbig bemalte Pieta. Sie stand um 1900 vor dem ersten rechten Pfeiler in der Kirche. Bis etwa 1988 befand sie sich in der heutigen Taufkapelle im rechten Turmanbau.

Die unter Denkmalschutz stehende Kirche wird von einer uralten Bruchsteinmauer umgeben. Auf der Ostseite, an der August-Thyssen.Strasse, befindet sich in der Mauer das eingelassene Hifthorn, das angeblich die frühere Jagdgrenze anzeigte.

Kirchenraum

 

 

Dreischiffiges Langhaus mit Blick auf den Hauptaltar der heutigen Kirche.

 

Hauptaltar

Der barocke Hauptaltar mit den beiden Figuren des hl. Laurentius und des hl. Antonius sowie die beiden barocken Seitenaltäre, die seit 1900 mit weißer Lackfarbe überstrichen waren, wurden im Jahre 1958 von der Firma Nix und Töpfer aus Löwen im Kreis Warburg (Westfalen) denkmalgerecht restauriert. Der barocke Erntekranz wurde am Hauptaltar wieder angebracht und der Tabernakel vergoldet. Im oberen Teil innerhalb der Verzierungen befindet sich, in einem kleinen runden Behälter, eine Reliquie des hl. Kreuzes.Am Hauptaltar befindet sich das Ölgemälde „Die Kreuzauffindung durch die Hl. Helena“. Das Bild stammt aus dem 16. Jahrhundert und wurde von einem unbekannten Meister gemalt.

 

Linker Seitenaltar

Der linke Seitenaltar heißt „St. Crucis Altar“. Auf dessen Altarbild eines unbekannten Meisters des 17./18. Jh. soll auf der linken Seite der Mintarder Pfarrer Johannes Jakobus Bourbach (1700-1788) dargestellt sein. Auf dem Altartisch stehen einKreuz-ReliquiarnSt. Laurentius-Reliquiar und St Antonius-Reliquiar

Rechter Seitenaltar, Marienaltal

Das Altarbild, die Mutter Gottes, wurde 1869 von Caspar Goerke in Öl gemalt. Es soll die Züge einer Baronesse von Fürstenberg tragen.

 

 

 

           

 

Wertvolles Kreuz

Pfarrer Wilhelm Spohr hat in der Pfarrchronik im Jahre 1958 folgenden Eintrag vorgenommen: „Ein wertvoller, antiker holzgeschnitzter Cruzifixus befindet sich im Pfarrhaus“. Aus gesicherten Erkenntnissen geht hervor, dass Pfarrer Dr. Spohr dieses Kreuz restaurieren ließ und auf dem Tabernakel des Hauptaltares aufgestellt hat. Dort stand es mit mehreren Unterbrechungen bis in die 90er Jahre des vorigen Jahrhunderts. Es wurde im Jahre 2002 von Pfarrer Markus Bosbach wieder an seinem ursprünglichen Platz auf dem Tabernakel wieder aufgestellt.

 

 

Farbige Bleiglas-Chorfenster

 

      

Die im Jahr 1987 eingebauten neuen Fenster des Mittelschiffes zeigen die Patrone der Pfarreien, die im Laufe des 19. und 20. Jh. aus der alten Großpfarrei Mintard entstanden sind:
Vorne links – der hl. Josef – Pfarrei Kettwig vor der Brücke
Vorne rechts – die hl. Theresia – Pfarrei Mülheim-Ruhr-Selbeck
Hinten links – der hl. Christophorus – Pfarrei Ratingen-Breitscheid
Hinten rechts – der hl. Bartholomäus – in Hösel

Orgel

Ein besonderes Schmuckstück ist die Orgel aus dem Jahre 1880. Im zweiten Weltkrieg (1939-1945) wurde sie schwer beschädigt, konnte aber bereits 1946 durch den Orgelbauer Alfred Raupach aus Hattingen repariert werden.
Eine eingehende Restaurierung erfolgte 1974 durch die Firma Seiffert aus Kevelaer. Hier wurden z.B. die Pfeifen des Prospektes wieder zum Klingen gebracht, das Orgelprospekt selbst von Farbe befreit und in Natur versiegelt. Ferner wurden fehlende Pfeifen in ursprünglicher Ausführung ergänzt.

 

Im Jahre 1996 erfolgte eine weitere eingehende Reinigung des Instrumentes, verbunden mit einer Neuintonierung und Stimmung.


Heiligenfiguren

 Die folgenden Kunstwerke schmücken unsere Kirche:
Hl. Johannes von Nepomuk
Hl. Erzmätryrer Stephanus (bäuerliche Kunst aus dem 18. Jh.)
Hl. Josef, Arbeit eines Herrgottschnitzers aus dem Grödnertal in Südtirol
Madonna aus Lindenholz. Das Alter wird auf ca. 350 Jahre geschätzt.
Auf der rechten Innenwand, oberhalb der Kreuzwegstationen eins und zwei befindet sich ein Missionskreuz von 1907 mit weiteren Jahreszahlen von Missionen 1921 und 1927
Wappen
Die Wappen der zur alten Großpfarrei Mintard gehörenden Adelsgeschlechter finden wir in Holz eingearbeitet an den ersten Kirchenbänken in der Kirchenbanktüren:
Erste Bank links – das „Landsberger Wappen“
 Zweite Bank links – zwischen den Darstellungen des hl. Ferdinand und des hl. Paulus das Wappen derer „von Spee“ auf Schloss Linnep
Zweite Bank rechts – das Wappen derer „von Fürstenberg“ auf Schloss Hugenpoet
In der Seitenkapelle am Aufgang zur Orgel hängt ein Marienbildnis mit dem Jesuskind “Immerwährende Hilfe“

Taufkapelle

In der im Jahre 1988 neu eingerichteten Taufkapelle steht ein aus einem Rohling gehauener Taufstein aus „Namurer Blaubasalt“ mit vier Köpfen aus dem 12. Jahrhundert.

1988 wurde hierzu ein neuer flacher Kupferdeckel angefertigt. Der Griff stellt das „Lamm Gottes“ dar, also Christus durch ein Lamm oder Widder mit gesenktem Kopf, als Quelle des Lebens. Die vier Himmelsrichtungen, durch die Buchstaben N, O, S und W gekennzeichnet, zeigen die Richtungen der vier von der Quelle, Christus; ausgehenden Paradiesflüsse an.
Das Wasser ist Symbol des Lebens, das hier durch die Tropfen dargestellt ist - Das dem Täufling durch das Sakrament der Taufe gespendet wird.

 

Glocken

Unzählige Generationen von Mintardern fühlen sich mit ihrem Kirchturm verbunden, von dem drei Glocken, 400, 500, 900 Jahre alt, zum Gottesdienst rufen. Alle drei Glocken tragen geschichtliche Patina.
Die kleinste Glocke ruft täglich um 12 Uhr mittags zum Angelusgebet. Sie trägt die Inschrift:
„Jesus Maria Johannes Georg – im Jahre des Herrn 1437 – hat gemacht Kurat Baseler“
Sie trägt eingeprägt zahlreiche Bilder.
Die mittelgroße Glocke stammt aus dem Jahre 1546. Sie trägt reiche Bildprägungen und die Inschrift:

Jesus und Johannes Evangelist bin ich benannt. Wenn ihr mich überall höret läuten, so wird man Gottes Wort predigen und bedeuten“.

Die größte Glocke zählt zu den so genannten „Theophilusglocken“. Sie ist ohne jeglichen Schmuck und hat nur in der Krone eine erst in jüngster Zeit entdeckte und 1995 identifizierte Inschrift. Sie beinhaltet – dem Usus der damaligen Zeit entsprechend – eine Lobpreisung der Hl. Dreifaltigkeit. Sie läutet u.a. als Totenglocke. Diese Theophilusglocke stammt aus dem 11. Jahrhundert und dürfte zu den ältesten, noch im täglichen Läutebetrieb befindlichen Glocken in Deutschland gehören.
 


 
 
 

Die Geschichte von St. Laurentius

Katholische Kirchen der Pfarrgemeinde St Peter und Laurentius

St. Laurentius

 
Katholische Kirchen der Pfarrgemeinde
St. Laurentius
 
 
 Kirchengeschichte
 
Für kirchengeschichtlich Interessierte stellen wir hier ausführliche Berichte über die Entstehung der Kirche St. Laurentius in Mintard vor.
Wir betrachten die älteste Kirche unserer Pfarrei, St. Laurentius. Wir verwendeten dafür Informationen aus der Druckschrift “Pfarrkirche St. Laurentius Mintard” von Johannes Paul Arand. Wir danken Herrn Arand für die freundliche Genehmigung, aus der oben erwähnten Veröffentlichung auch die folgenden, von ihm recherchierten Einzelheiten der Kirche in diese Darstellung zu übernehmen.
Dieses liebevoll gestaltete Heft kann von ihm erworben werden.
 
Zeittafel St. Laurentius
 
873 erste Erwähnung in der Regenbirgschen Urkunde
erste Hälfte des 11. Jahrhunderts
Neubau und Errichtung des Kirchturmes
14. Jahrhundert
Neubau des Kirchenschiffes
1631Zerstörung im 30jährigen Krieg
1660 / 61
Wiederaufbau ohne Veränderung bis heute1890
Restaurierung mit Umbau der Seitenschiffe, Erneuerung des Portals,
Neubau der Turmanbauten und der Turmspitze, farbige Innenausmalung1842
schwere Beschädigung durch eine Luftmine, Schließung der Kirche1946
Wiedereröffnung nach provisorischer Instandsetzung
1949
Innenumbau mit Verlängerung des Tonnengewölbes
1961 / 62
endgültige Beseitigung der Kriegsschäden, Vergrößerung der Sakristei, Dachverlängerung der Turmanbauten
1972
Renovierung des Kircheninnren und Restaurierung der Altäre
1987
Sanierung der Außenfassade, Erneuerung der Fenster im Langhaus
1999
Restaurierung der drei historischen Glocken aus dem 11., 15. und 16. Jahrhundert
 
 
  
 

 Katholische Kirchen der Pfarrgemeinde St.Peter und Laurentius

St. Laurentius

 



Mintard (Geschichte)
aus "Mülheim an der Ruhr Online"

Im äußersten Süden des Stadtgebietes am Fuße des bewaldeten Mintarder Berges liegt das erst 1975 nach Mülheim eingemeindete Dorf Mintard. Es kann auf eine lange Geschichte zurückblicken, wird doch bereits 873 von einer Kirche berichtet, die 1302 dem Stift Gerresheim inkorporiert wurde. Damit besitzt Mintard die älteste Kirchentradition im Mülheimer Raum.

Der heutige Bau der Kirche St. Laurentius ist der vierte an dieser Stelle. 1660 wurde das dreischiffige Langhaus mit Tonnengewölbe errichtet, nachdem die Kirche im Dreißigjährigen Krieg stark zerstört worden war. Vom zweiten Kirchenbau aus der ersten Hälfte des 11. Jahrhunderts stammt der vierstöckige romanische Turm. Der Chor mit flachem Tonnengewölbe ruht auf den Fundamenten des dritten, im 14. Jh. errichteten Kirchenbaus. Das heutige äußere Bild wurde durch die Umbau- und Restaurierungsmaßnahmen von 1890 geprägt, durch die der Turm ein neues Eingangsportal, die beiden seitlichen Anbauten und einen neuen Abschluss erhielt. Die schweren Schäden durch einen Fliegerangriff 1942 konnten erst 1946 beseitigt werden.

In der Kirche befindet sich ein Taufstein ohne Fuß aus Namurer Blaustein aus dem 13. Jh., an drei der sorgfältig gearbeiteten Kirchenbänke die Wappen benachbarter Adelsgeschlechter: von Fürstenberg, von Landsberg und von Spee. Im Turm befinden sich mehrere Glocken, deren älteste aus dem 13. Jh. stammt.

Im alten Dorfkern, der sich westlich der Kirche zum Berghang hinzieht, ist ältere, gepflegte Wohnbebauung, darunter in Fachwerk, erhalten.

Neben dem Kircheingang findet der Besucher die wichtigsten Meilensteine der Historie dieses Gotteshauses. Unter Wikipedia.org/wiki/St._Laurentius können Sie es auch lesen!