Katholische Kirchen der Pfarrgemeinde St Peter und Laurentius

 

St. Joseph


Der Bereich der heutigen Pfarrei gehörte bis 1919 zur Kirchengemeinde Mintard, die bereits 814 urkundlich erwähnt ist.

Am 30.01.1887 gründete Vikar Leidgens (Mintard) einen Kirchbauverein (Kapellenbauverein) für Kettwig vor der Brücke. Ab 01.02.1887 zahlten die Mitglieder monatlich 20 Pfennige Mindestbeitrag, Ehrenmitglieder 3,- Mark im Jahr. 1889 wird in der Gemeinde Laupendahl Grund erworben zum Bau einer Notkirche zum Preis von 20.000 Mark. Der Bau erstand aus einer alten Scheune an der Ecke Heiligenhauser Straße/Häuseler Weg. Einweihung ist am 11.12.1890.

 

Johannes Klein wird am 20.03.1892 erster Rektor für Kettwig vor der Brücke. 1914/15 hatte das Rektorat 1059 Katholiken. Am 01.04.1919 wurde das Rektorat St. Joseph Kettwig vor der  Brücke zur Pfarrei erhoben und zum 01.08.1919 Rektor Antonius Cremer zum Pfarrer ernannt.

Am 12.03.1920 stiftete Freiherr von Fürstenberg Grund und Gärtchen Mühlenhof zum Zweck des Neubaus einer Kirche. August Thyssen der auf Schloß Landsberg wohnte, stellte eine größere Geldsumme für den Neubau in Aussicht.

Im Juni 1925 wurde Alois Oertgen Pfarrer in St. Joseph.

Die Notkirche bekam am 07.04.1929 ein Geläut von 3 Bronzeglocken, die kleinste, dem Hl. Joseph geweiht, ist heute die Glocke unserer Friedhofskapelle. Am 01.06.1934 erfolgte der erste Spatenstich für die neue Kirche, Architekt war Reg.-Baumeister Emil Jung aus Essen-Bredeney. Am 05.08.1934 erfolgte die Grundsteinlegung. Der Grundstein aus griechischem Marmor steht sichtbar im Chorraum der Kirche, neben der Tür zur Sakristei.

Auf dem ca. 17 Zentner schweren Stein steht in lateinischer Sprache:

"Dieses Gotteshaus wurde erbaut im Jahre 1934, als Alois Oertgen Pfarrer war. Geschenkgeber waren: Magdalena von Fürstenberg und Paulus von Fürstenberg und August Thyssen."

Im November 1934, das Dach war gedeckt, der Turm zur Hälfte fertig, wurde der Bau vernagelt und der Weiterbau eingestellt.

Das Geld war aufgebracht.

Weihnachten 1934 wurde der Altar von Frau Julius Thyssen gestiftet (Marmor, sogen. Brunhildenstein).

 

Am 23.06.1935 feierte Pfarrer Oertgen die erste heilige Messe, nachdem der halbfertige Bau wieder geöffnet wurde.

Eine weitere Spende ermöglichte die Anschaffung der von Prof. Wendling aus Düsseldorf entworfenen Glasfenster, ausgeführt von der Firma Deppen aus Osnabrück. Durch Spenden im Jahr 1936, konnten der Fußboden aus Solnhofener Platten, die Kommunionbank und zwei Amboen aus gelbem Marmor angeschafft werden. Auch die Türen wurden noch eingebaut. Der Nachbar, die Firma Terbeek-Mölhoff, stiftete ein schmiedeeisernes Tor für den Eingang der Kirche. Direktor Dr. Herrle (Thyssen-Mülheim) stiftete die Muttergottesfigur aus Lindenholz (14./15. Jh.), sowie ein Altarbild aus dem 17. Jh. Die ersten Bänke kamen aus der Notkirche und aus dem Lyzeum BMV in Essen.

Benediziert wurde die Kirche am 04.04. 1936 durch den Dechanten Pfarrer Hilbing aus Ratingen. Am gleichen Tag, wurde bei einem Früstück auf Schloß Landsberg auch die Orgel gestiftet, die von der Firma Klais, Bonn, gebaut wurde.

Am 30.05.1937 wurde Karl Tochtrop zum Pfarrer ernannt.

Während des 2. Weltkriegs war in der Bücherei ein Notluftschutzraum eingerichtet. Die Glocken wurden im Juni 1942, bis auf die Kleine, vom Staat eingezogen. Am 17.04.1945 wurde Kettwig vor der Brücke von den Amerikanern besetzt.

Im September 1946 konnten die Fenster der Kirche, die durch Granatsplitter schwer beschädigt waren, wieder instand gesetzt werden. Die Arbeiten wurden von der Firma Paetzold, Düsseldorf, ausgeführt. Im September 1947 konnte die Gruppe der hl. Familie auf dem Nebenaltar aufgestellt werden. Die Arbeit aus Ulmenholz war von Josef Fischedick, einem jungen Bildhauer aus Bottrop, geschaffen worden. Fischedick war während des Krieges in einem Werk in unserer Gemeinde dienstverpflichtet.

Ein neuer Kreuzweg wurde 1951 von Josef van Heekeren, Essen, angefertigt. 1952 wurde die Kirche weiter ausgebaut, das Dach musste erneuert und die Mauern verfugt werden, auch der Turm wurde vollendet. Der altvergoldete Turmhahn wurde von der Firma Hegenberg in Essen entworfen und hergestellt.

Die drei Stahlglocken und den Glockenstuhl lieferte der Bochumer Verein. Am 21.12.1952 fand die Glockenweihe durch Weihbischof Ferche statt und Weihnachten 1952 läuteten die Glocken zum ersten Mal.

Die Oktavglocken klingen fis / a / h und haben 1.180 / 970 und 870 mm Durchmesser. Sie haben ein Gewicht von etwa 1.250 Kg.

Die Glocken tragen folgende Namen und Inschriften:

St. Josef (1.180 mm) „erhalte uns in der Treue zu Christus"

St. Laurentius (970 mm) „gib uns Mut zum Bekenntnis"

St. Augustinus (870 mm) „erfleh uns Kraft durch die Gnade"

1954 wurden die letzten neuen Kirchenbänke aufgestellt und 2 Turmzimmer zur Nutzung durch die Jugend ausgebaut.

Am 28. März 1954 erfolgte durch Weihbischof W. Cleven die Weihe der Kirche und des Altares.

Nach der Liturgiereform wurde 1975 der Altarraum umgestaltet. Altar (Bild des Abendmahls) und Tabernakel (das Neue Jerusalem), geschaffen von dem Bildhauer Karl Franke aus Strümp bei Osterath, wurden aus der Christus König Gemeinde, Essen-Haarzopf, angekauft. Die Granitblöcke stammen aus einem Steinbruch in Raeren / Belgien. Die Einrichtung wurde durch ein Kreuz  über dem Altar) und zwei Leuchter aus der Friedhofskapelle ergänzt, weitere Leuchter durch Spenden angeschafft.

1977 wurde der romanische Taufstein aus dem 12. Jahrhundert von Schloß Landsberg (Dauerleihgabe der August Thyssen Stiftung) renoviert und dann in unserer Kirche aufgestellt, ebenfalls die Bilder der vier Evangelisten (18. Jahrhundert). 1983 wurde der Ambo erstellt.